Lindauer Bürgerzeitung – Experten-Tipp: Auszahlungen aus Versicherungen – und jetzt?

Manuela Klüber-Wiedemann    März 11, 2017

Viele alte, gut verzinste Lebens- und Rentenversicherungen kommen jetzt zur Auszahlung und viele Menschen stehen vor der Frage, wie sie die Gelder neu anlegen können. Zwischen 1986 und 1994 geschlossene Verträge hatten einen Garantie-Zins von 3,5 Prozent, Verträge zwischen 1994 bis 2000 hatten gar 4,00 Prozent Garantierechnungszins. Dazu kamen noch Überschüsse. Alle sehnen sich nach höher verzinsten Garantie-Produkten, die es aber nicht mehr gibt. Neue Verträge haben 0,9 Prozent Garantie-Zins, aber gleichzeitig sehr hohe Kosten, so dass es eigentlich immer ein Draufzahl-Geschäft ist.

Meiner Meinung nach braucht man keine Versicherungsgesellschaft, um sich sein eigenes Geld zuteilen zu lassen. Aber was wäre zu tun?

Sinnvoller und wirtschaftlicher sind Depotlösungen aus gut gemanagten Depots mit regelmäßigem Entnahmeplan. Beim Depot kommt es immer auf die Kosten an und auf die Auswahl der Wertpapiere. Auch im konservativen Bereich lassen sich mit schwankungsarmen oder risikobegrenzten Depotlösungen 2 bis 3 Prozent Rendite p.a. (nach Kosten) erzielen. Bei langen Anlagehorizonten und größerer Risikobereitschaft sind nach wie vor auch hohe Renditen möglich.

  1. Wer alte, hochverzinste Rentenversicherungen besitzt, sollte sich aktuell nicht für die Kapitalauszahlung, sondern für die Verrentung entscheiden.
  2. Ablaufende Lebensversicherungen nicht in sofort beginnende Rentenversicherungen umwandeln (keine neue Rentenversicherung mehr abschließen)
  3. Bei Angeboten von Fonds, Vermögensverwaltungen und Finanzprodukten unbedingt Kosten beachten! Keine Ausgabeaufschläge bezahlen und Zweitmeinung einholen!
  4. Verbraucherschützer und Regierung warnen ausdrücklich vor Zertifikaten und Derivaten sowie geschlossenen Beteili gungsmodellen – Finger weg!
  5. Auch fondsgebundene Rentenversicherungen ganz genau auf Kosten prüfen (hohe Abschlusskosten, horrende Verwaltungskosten)! Bei der Fondsauswahl keine teuren Dachfonds und Vermögensverwaltungen wählen! Besser sind gemanagte Indexfonds und physische ETFs innerhalb provisionsfreier Netto-Policen.
  6. Flexibilität, Vererbbarkeit und Vertragsgestaltung beachten!
  7. Gold hat höhere Schwankungen als ein breit gestreutes Aktien-Depot – als Beimischung in physischer Form geeignet – aber nicht als Allein-Investment.
  8. Immobilien-Investment genau durchrechnen und überdenken!

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Auszahlungen aus Versicherungen – und jetzt?