Lindauer Bürgerzeitung – Experten-Tipp: Geldanlage 2018 – neue Transparenzregeln

Manuela Klüber-Wiedemann    Januar 26, 2018

Geldanlage 2018 – neue Transparenzregeln

Um Verbraucher und Bankkunden besser vor Falschberatung und Abzocke zu schützen, ist zum 1. Januar 2018 eine neue EU-Richtlinie (MIFID II) in Kraft getreten. Bankberater dürfen ihren Kunden nur noch geeignete Produkte verkaufen und müssen sämtliche Kosten ganz genau auf Euro und Cent ausweisen. Dadurch wird den Kunden deutlich aufgeschlüsselt, welche Bestandsprovisionen (Kick-Backs), Verkaufsprovisionen, Kaufkosten, Verwahrungs- und Verwaltungskosten, Transaktionskosten usw. in ihrer Depot-Anlage enthalten sind. Wer z. B. bei seiner klassischen Hausbank für 20 000 Euro in gemanagte Fonds investiert, zahlt üblicherweise etwa 4 000 Euro in den ersten 5 Jahren an Kosten. Ab 2018 muss nun auf einem Transparenzblatt stehen, wie hoch konkret alle Kosten sind und um wie viel Prozent sich dadurch die Rendite für den Kunden reduziert.

Die Bestandsprovisionen (Kick-Backs), die bei manchen Fonds bis zu 2% p.a. ausmachen, dürfen künftig nicht mehr ohne „zusätzliche Serviceleistungen“ von der Bank behalten werden. Bei normaler Depotverwaltung müssen diese Provisionen dem Kunden gutgeschrieben werden. Achtung: Viele Banken haben deshalb ihre AGBs geändert und weit hinten im Kleingedruckten steht eine Erklärung, worin die Kunden aufgefordert werden auf Bestandsprovisionen zu verzichten – rechtlich strittig und ungeachtet der MIFID II-Richtlinie! Diese geänderten AGBs wurden zum Jahreswechsel von den meisten Banken verschickt und wurden von den allermeisten Kunden klaglos hingenommen und abgeheftet. Wer den geänderten AGBs nicht einwilligt, dem droht die Kündigung.

Einen besseren und bequemeren Weg, die Kickbacks zu erhalten und somit viel rentabler Vermögen aufzubauen, bieten provisionsfreie Depots, Fonds und Policen. Oder man verzichtet ganz auf gemanagte Fonds und kauft günstige, breit gestreute Aktien-Indexfonds (ETFs). Dazu braucht es nur ein kostenloses Online-Depot.
Tipp: Grundsätzlich keine Ausgabeaufschläge zahlen und ganz genau die Kick-Backs prüfen, denn diese mindern erheblich den Anlageerfolg! Wer größere Vermögenswerte hat und sich Unterstützung bei der Fondsauswahl, Überwachung und Berichterstattung wünscht, wer günstige Fonds und Indexfonds kaufen möchte und gemanagte Fonds ohne Ausgabeaufschläge, Verkaufsspesen und ohne verdeckte Bestandsprovisionen kaufen will, sollte in einen unabhängigen Honorar-Finanzberater investieren und sich begleiten lassen. Diesen Service gibt es z. B. bei Ruhestandsplaner Bodensee in Lindau.

Infos gibt es auch beim Verbraucher-Ratgeber unter www.finanztip.de. Gut sind auch die Seiten der Verbraucherzentrale Hamburg: www.vzhh.de

Buchempfehlungen:
„Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs – Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen“ von Gerd Kommer. – Außerdem das Werk (Buch bzw. Film/Präsentation) „Genial einfach investieren – Von der wissenschaftlichen Erkenntnis zur praktischen Umsetzung“ von Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Weber (Lehrstuhl für Bankbetriebslehre an der Uni Mannheim). – Gute Bücher über richtiges Entscheiden hat auch Professor Hartmut Walz (Uni Ludwigshafen) geschrieben: „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen – schließlich ist es Ihr Geld“.

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