Jetzt noch Krypto-Einstieg?

Lindauer Bürgerzeitung – Experten-Tipp
Ausgabe: 9/2025

Jetzt noch Krypto-Einstieg?

Künftig möchten auch Sparkassen und Volksbanken ihren Kunden Investments in Kryptowährungen mittels einfachen Zugangswegen ermöglichen, war gerade in der SZ zu lesen.

Dabei ist mir ein seit Jahrzehnten unter Finanz-Experten bekannter Witz eingefallen:

„Woran erkennt man, dass ein Trend vorbei ist? Daran, dass die Sparkassen ein Investment-Produkt dazu auf den Markt bringen!“

Leider steckt in diesem Witz sehr viel der bitteren Wahrheit, was ich in den letzten 30 Jahren beobachten konnte.

So war es bei Schiffsbeteiligungen, Containern, Immobilienfonds, Zertifikaten (Lehman-Brother Bank), Dot-com-Aktien-Fonds, Infrastruktur-/Logistik-Fonds, Technologie-Fonds usw.

Deshalb verstehe ich die Ankündigung der Sparkassen/Volksbanken nicht als Chance, sondern eher als Warnung und als Hinweis darauf, dass die wilde „Krypto-Party“ ihren Höhepunkt hinter sich hat.

Zumal Investments in Kryptowährungen nach wie vor höchst riskant sind, was sich auch durch einen leichteren Zugang für die breite Anleger-Masse nicht ändern wird.

Bisher haben sich nur wenige Menschen mit Krypto-Investments befasst:

Der Kauf ist komplex, die Lagerung in digitalen „Geldbörsen“ – sogenannten Wallets – unterliegt zusätzlichen Risiken, es erforderte Spezialwissen und -kompetenz.

Unzählige Kryptowährungen und deren Handelsbörsen haben das Geld der Investoren verbrannt (gingen pleite, wurden bestohlen, usw.).

Einige wenige haben funktioniert (z. B. Bitcoin).

Krypto-Unternehmer haben regelrechte Exzesse gefeiert. Einer hat 6,2 Millionen US-Dollar für eine Banane gezahlt und – zum Hohn seiner Anleger – vor laufender Kamera gegessen.

Ein Schlag ins Gesicht von seriös arbeitenden Menschen.

Das Prinzip von Kryptowährungen basiert nach wie vor auf einem riesigen Spekulations-Bluff, der so lange laufen wird, solange es Leute gibt, die an die Wertigkeit und an künftige Wertsteigerungen glauben und ihr Geld dort reinstecken.

Wer seinen klaren Menschenverstand befragt, weiß: Kein Baum ist je in den Himmel gewachsen.

Oder – volkswirtschaftlich/wissenschaftlich ausgedrückt:

Synthetische Währungen, die weder mit Waren, Gold, real existierenden Werten, noch Dienstleistungen oder Länder-Garantien (Bundesbanken) unterlegt und abgesichert sind, basieren rein auf der Gewinn-Spekulation und haben somit Glücksspiel-Charakter.

Fazit

Bitcoins waren unter den Gewinnern.

Im Mai 2016 kostete ein einziger Bitcoin 396 Euro, heute fast 100.000 Euro/Stück.

Sehr verlockend, auf diesen Zug aufspringen zu wollen. Doch ich fürchte, er ist bereits abgefahren.

Unabhängige Beratung zu diesem Thema gibt es in Lindau bei Ruhestandsplaner Bodensee.

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