Lindauer Bürgerzeitung
Ausgabe: 28. März 2026
Künstliche Intelligenz-Euphorie
In den nächsten drei Jahren soll nahezu 1 Billion Dollar in KI investiert werden – basierend auf der Annahme, dass KI-Modelle durch Skalierung immer besser werden und der Nutzen in nahezu allen Lebensbereichen gigantische Gewinne erwarten lässt. Doch was wäre, wenn sich die hohen Gewinnerwartungen nicht in absehbarer Zeit erfüllen?
Eine aktuelle MIT-Studie belegt, dass 95 Prozent aller Firmen trotz der bereits erhaltenen KI-Milliarden bisher keinen wirtschaftlichen Mehrwert erzielen konnten.
Als die Welt das Internet kennenlernte
Erinnern wir uns an die späten 90-er Jahre, als ein unfassbarer Hype auf Technologie-Firmen-Aktien einsetzte. Das Internet würde die Welt verändern. Das war allen klar. Abermilliarden wurden investiert in alles, was mit dem World Wide Web zu tun hatte, was zu irrwitzigen Überbewertungen führte. Als im März 2000 die Dotcom-Blase platzte, verschwanden viele der Unternehmen vom Markt, Kurs-Verluste von 90 bis 100 Prozent waren zu verkraften.
15 schlimme Jahre
Die Realwirtschaft aller anderen Branchen wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der amerikanische Aktien-Index S&P 500 verlor in der Folgezeit über 60 Prozent an Wert.
Das Platzen der Dotcom-Blase läutete eine lange Rezession ein. Um die Wirtschaft anzukurbeln, wurden die Zinsen gesenkt. Millionen von Zins-Sparern und Altersvorsorge-Verträgen verloren Rendite.
Aufgrund der Niedrigzinsen wurden Kredite billig, was die Immobilien-Preise befeuerte. Das löste die nächste Krise aus: Die Immobilien-Kredit-Blase platzte mit dem Zusammenbruch der Lehmann-Brothers-Bank – was die Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008 auslöste. Erst im Jahr 2015 hatte der S&P 500 seinen Wert vom Januar 2000 wieder erreicht.
Fazit
Die grotesk überbewerteten Technologie-Giganten bergen erhebliches Crash-Potential. Im schlimmsten Fall muss man bereit sein, über sehr lange Zeit sehr hohe Verluste zu verkraften, und die erwarteten Gewinne könnten sehr lange auf sich warten lassen. Niemand weiß, ob sich die Geschichte wiederholt, aber es gibt viele Parallelen. Langfristig betrachtet würde man in langen Verlustphasen und einigen guten Jahren weniger Rendite erzielen, als wenn man ausgewogener investiert. Und man schläft ruhiger.
Lösung
Wer in den nächsten Jahren solide Renditen bei hoher Sicherheit erzielen will, sollte in einen sehr breit diversifizierten Mix investieren. Ich empfehle: 60 Prozent Aktien-ETFs (Index- und Faktoren-ETFs, Value-Aktien leicht übergewichtet, dazu Beimischung einiger Themen wie Wasser, Pharma, Infrastruktur, Ökologie, Ethik, Schwellenländer), 14 Prozent Anleihen- und 13 Prozent Geldmarkt-ETFs, dazu 13 Prozent Gold.
Sollte es zum Mega-Crash kommen, werden aus den Geldmarkt- und Anleihen-Positionen billige Aktien konsequent nachgekauft. Sollte der Crash ausbleiben und sich die Euphorie erfüllen, dann profitiert man mit diesem Portfolio-Mix trotzdem.
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Experten-Tipp
Als unabhängige Freie Sachverständige für Kapitalanlagen und Altersvorsorge, Finanzfachwirtin und Honorarberaterin steht Manuela Klüber-Wiedemann für unabhängige Orientierung in Finanzfragen.
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