Anleihen und Rentenfonds

Lindauer Bürgerzeitung - Expertentipp
Ausgabe: September 2019

Anleihen (englisch: Bonds), Rentenpapiere, Obligationen, Schuldverschreibungen, Pfandbriefe… Das sind alles Begriffe für ein und dieselbe Sache: für festverzinsliche Wertpapiere, mit einer gewissen Laufzeit und einer festen Zins-Zusage, die von Staaten und Unternehmen herausgegeben werden.

Das Spektrum von Anleihen ist sehr breit: Es gibt sehr sichere, aber auch hochriskante Versionen (High Yield). Die Sicherheit der Wertpapiere hängt von der Bonität des Schuldners ab, von der Laufzeit und von der Anlageregion/Währung. Man kann Anleihen einzeln oder in Form von Investmentfonds kaufen. Diese Fonds heißen dann Rentenfonds und streuen das Risiko auf mehrere Schuldner. Diese „Rentenfonds“ haben nichts mit der im Volksmund gebräuchlichen „Altersrente“ zu tun. Rentenfonds sind keineswegs Fonds, aus denen lebenslange Rentenzahlungen erfolgen oder die zum Aufbau von einer lebenslangen Rente Verwendung finden oder dafür besonders geeignet sind.

Merke

Je sicherer dier Herausgeber (Schuldner), desto geringer sind derzeit auch die Zinsen/ Renditen.
Je unsicherer der Schuldner, desto mehr Zinsen muss er bieten, damit ihm jemand Geld leiht.

Beispiel:
Bei sicheren Staatsanleihen (z.B. Schweiz, Dänemark, Norwegen, Deutschland) sind Renditen seit Jahren unter der Inflationsrate bzw. im Minus- Bereich. Anleihen von schlecht bewerteten Schuldnern nennt man Hochzinsanleihen oder Junk-Bonds und erkennt man am Zusatz „High Yield“ im Fondsnamen. Rentenfonds profitieren in Zeiten sinkender Zinsen, da in diesen die Kurse der Anleihen stark steigen. Die positiven Ergebnisse von Rentenfonds in der Vergangenheit hatten damit zu tun, dass die Zinsen seit Jahren permanent gesunken sind. Umgekehrt erwirtschaften sie bei steigenden Marktzinsen Kursverluste. Das erklärt, warum es im derzeitigen Zins-Mileu nicht möglich ist, mit z.B. deutschen Anleihen positive Renditen zu erwirtschaften. Die vorherrschende Meinung, Anleihen seien „sicher“, stimmt nicht. Deshalb sollte man bei dieser Anlageklasse genau
hinsehen!

Neue Wissensreihe

Die Freie Sachverständige für Kapitalanlagen und Altersvorsorge, Manuela Klüber-Wiedemann, gibt in der BZ Antworten auf die wichtigsten Fragen in Sachen Geldanlage und Vermögensaufbau.
Oktober: Was sind Zinsen – worauf ist zu achten?
November: Was sind Aktien – worauf ist zu achten?
Dezember: Was sind Aktien-Fonds, ETFs, Mischfonds, Dachfonds, Assetklassenfonds, Indexfonds – worauf ist zu achten?

Diese Website verwendet keine Cookies, die Ihre persönlichen Daten weitergeben. Weitere Infos können Sie unserer Datenschutzerklärung unter dem Punkt "Cookies" entnehmen.