Spekulationsblasen bei Immobilien, Kryptowährungen, Tec-Aktien…

Lindauer Bürgerzeitung - Expertentipp
Ausgabe 12/2021

Wir sehen derzeit starke Blasenbildungen bei Kryptowährungen (sie haben null realen Wert), bestimmten Aktien (sind zigtausend-fach überteuert im Verhältnis zum Unternehmensgewinn) und Immobilien in bestimmten Gegenden. Eine gute Methode, Spekulationsblasen zu erkennen: die „Werte“ ins Verhältnis zum Durchschnitts-Jahreseinkommen setzen.

Definition von Spekulationsblasen: Markt-Preise sind völlig irrational abgekoppelt und losgelöst von normalenTeuerungsraten, Einkommensverhältnissen, Unternehmensbewertungen, Buchwerten oder tatsächlich vorhandenen Werten. Die Preise der Dinge steigen bis ins Aberwitzige, bis sie wieder zu ihrem tatsächlichen Wert zurückkehren. Zunächst entsteht jedoch eine Blase, die Spekulationsblase, die irgendwann platzt – Auslöser können schon kleine Ereignisse sein, ähnlich einem Luftballon, den man durch übermäßiges Aufblasen zum Platzen bringt.

Aktien: Auf Kurs-Gewinn-Verhältnis achten! Je geringer das GKV, desto besser. Besser sind breit gestreute Aktien-ETFs, die überwiegend auf Profitabilität der Unternehmen setzen.

Kryptowährungen: sind weder Geldanlage, noch Wertpapiere, sondern reines Glücksspiel. Kryptowährungen haben keinerlei eigenen Wert und sind nicht – wie der geplante digitale Euro – durch die Bundesbanken/EZB abgesichert.

Immobilien: Quadratmeter-Preis ins Verhältnis zum Durchschnitts-Netto-Einkommen setzen! Bei Immobilien platzen die Spekulationsblasen selten mit einem Knall, sondern Regulierungs- Prozesse dauern zwischen zehn und 40 Jahre.

Beispiel: Im Jahr 2010 bekam man für ein Jahres-Netto-Durchschnittseinkommen (18.000 €) in München ca. 5 qm Eigentumswohnung. Heute bekommt man in den guten Gegenden für 25.000 € noch 1,5 qm. Bei einer „normalen“ inflationsbedingten Steigerung der Immopreise um jährlich 3,3 Prozent müsste der Preis bei 5.000 €/qm liegen und das Verhältnis 5 qm/Jahreseinkommen würde wieder stimmen. Dazu müssen entweder die Einkommen inflationsbedingt massiv steigen oder die Preise entsprechend gleich bleiben bzw. fallen.

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